Social Business – Teilen statt Haben – Das neue Miteinander

Die Komplexität und Menge der Informationen sowie die Geschwindigkeit der Entwicklungen verlangen von allen Mitarbeitern in Unternehmen große Veränderungen im Denken und Handeln. Social Business ist das große Thema, dem sich auch die diesjährigen CeBIT ihrem Leitthema stellt: „Shareconomy“. Mit dem Kunstwort aus Teilen und Wirtschaft greift die Hightech-Messe ein in 2013 heiß diskutiertes Thema auf. Durch die Entwicklungen im digitalen Bereich rücken die gemeinsame Nutzung und das Teilen von Wissen und Erfahrungen als neue Formen der Zusammenarbeit in den Vordergrund.

Wer sich diesen Entwicklungen verschließt, gerät schon bald wirtschaftlich ins Hintertreffen. Die veraltete Punkt-zu-Punkt-Kommunikation über E-Mail wird weder den gewachsenen Anforderungen noch den Kommunikationsgewohnheiten der nachrückenden Fach- und Führungskräfte gerecht.

Folgendes Szenario können sich Unternehmen immer weniger leisten: Eine E-Mail-Anfrage eines Mitarbeiters an seine Kollegen führt dazu, dass er von jedem einzelnen Kollegen eine Antwort bekommt. Dazu hat er Rückfragen, bekommt wieder mehrere Antworten und muss am Ende all diese E-Mails mit Fragen und kleinen Teilantworten zu einer Gesamtantwort zusammenführen. Zuvor hat der Mitarbeiter womöglich auf dem Fileserver nach Dokumenten zu seiner Anfrage gesucht, hat das Intranet und Internet durchstöbert und ein paar Telefonate geführt. Nun, da er die Antwort auf seine Fragen weiß, wird sie ihm – ausschließlich ihm – helfen, seine Aufgabe zu lösen. Niemand wird erfahren, welche Informationen er zusammengetragen hat. Er könnte sie im Intranet veröffentlichen oder per E-Mail versenden, oder er dokumentiert es in Word- und Excel-Dateien auf dem Fileserver. Aber weil er glaubt, dass die Suche an diesen Orten zu aufwendig ist und von den Kollegen nicht genutzt wird, bleibt alles in seinem Kopf. Der nächste Kollege mit ähnlicher Aufgabenstellung wird die gleiche Recherche durchführen, die gleiche Zeit verschwenden, den gleichen Ärger spüren und zum gleichen Ergebnis kommen.

Wir werden in nächster Zukunft einen Wandel der Kommunikation, des Wissensmanagements sowie der Zusammenarbeit erfahren, der in seinen Dimensionen der Einführung der Client-Server-Technologie in der Unternehmens-IT Mitte der 1980er Jahre entspricht. Anders als bei der letzten Revolution trifft diese alle Mitarbeiter. Dieses Mal müssen wir den Menschen eine Chance geben, sich den neuen Anforderungen stellen zu können. Wir müssen in Unternehmen ein Umfeld schaffen, in dem sich junge Mitarbeiter wohl und ältere Mitarbeiter nicht ausgegrenzt fühlen.

Die Aufgaben sind klar definiert: Eine Information muss geteilt und das Wissen darin dokumentiert werden, Zusatzinformationen und Erfahrungen aller Mitarbeiter fließen wie von selbst mit ein, was interessiert, kann man abonnieren, was interessieren soll und könnte, teilen die Kollegen im Unternehmen gezielt. Die Informationen werden nur einmal im Netzwerk hinterlegt. Alle Beteiligten haben Zugriff darauf, zu jeder Zeit und an jedem Ort.
Dabei gibt es vielfältige Aufgaben zu lösen, darunter auch die technischen und rechtlichen Voraussetzungen, auf denen bereits heute ein Hauptaugenmerk liegt. Noch einmal sei aber abschließend betont: Wir dürfen den Menschen in diesem Zusammenspiel von Möglichkeiten und Anforderungen nicht vergessen. Es geht eben auch darum, wie Jung und Alt sich diesen neuen Entwicklungen stellen und wie sie dabei begleitet werden. Diese Aufgabe gemeinsam zu bewältigen, muss im Vordergrund stehen.

 

Jan Wolframm

 

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