Weniger ist entspannter: Ziel-, Interessen- und Methodenkonflikte reduzieren

Was machen Unternehmen anders, die weniger mit Konflikten zu kämpfen haben? Im letzten Artikel haben wir beschrieben, wie sich Beziehungskonflikte reduzieren lassen. Hier stellen wir uns die gleiche Frage für Ziel- und Interessenkonflikte sowie Methodenkonflikte.

Ziel- und Interessenkonflikte reduzieren

Klare Entscheidungen und klare Kommunikation sind Wundermittel in der Prävention von Ziel- und Interessenkonflikten. Unternehmensziele können nicht mit allen diskutiert werden, aber sie können und sollten klar definiert und kommuniziert werden. Das erfordert zunächst klare Entscheidungen: Was wollen wir erreichen? Mit wem wollen wir das diskutieren? Wie informieren wir darüber?
Bei individuellen Zielen und Teamzielen bietet sich die Zielvereinbarung an, die Kommunikation impliziert. Ganz ausschalten kann das einen Interessenkonflikt nicht, aber er wird dann immerhin deutlich, bevor er zum Tragen kommt. Der Konflikt kann direkt an seiner Wurzel geklärt werden.

Betrachtet man das gesamte Zielsystem eines Unternehmens, so wird es umso schwieriger, je komplexer das Gebilde ist. Oft spielen weit verstreute nationale und internationale Partner eine Rolle, vielfältige Sparten und unterschiedliche Kulturen. Ein durchgehendes, in sich stimmiges, konfliktfreies Zielsystem ist da gar nicht immer möglich. Vermeidbar ist aber, dass zwei Abteilungsleiter unbewusst Ziele verfolgen, die einander ausschließen. Hier gilt es, Transparenz durch Austausch im Führungskreis herzustellen.

Methodenkonflikte reduzieren

Methodenkonflikte lassen sich reduzieren durch

  • Definition von Standards,
  • strukturierte Kommunikation und
  • klare Zuständigkeiten.

Die Darstellung der eigenen Methode als ‚alternativlos’ schürt meist Konflikte. Wenn sie jedoch tatsächlich nicht diskutiert werden, sondern für alle immer gelten soll, kann sie als Standard definiert werden. Auch Ausnahmeregelungen können gegebenenfalls festgelegt werden. Das birgt allerdings die Gefahr der Erstarrung. Standardprozesse sollten deshalb in angemessener Frequenz auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden.

Sobald es tatsächlich Alternativen gibt, hilft eine strukturierte Kommunikation weiter:

  • Alternativen sammeln
  • Kriterien festlegen
  • Vor- und Nachteile bezogen auf die Kriterien diskutieren
  • Entscheidung treffen

Die große Schwierigkeit liegt darin, sachlich zu gewichten, wenn man schon eine Methode präferiert. Hier kann eine neutrale Moderation sehr hilfreich sein.

Wenn auf diesem Wege keine Einigung zu erzielen ist oder Zeit zur Diskussion nicht zur Verfügung steht, muss jemand die Entscheidung treffen. Das ist am besten akzeptabel, wenn klar ist, wer dafür zuständig ist – und wenn derjenige auch für die Konsequenzen verantwortlich ist.

Nehmen Sie sich die Zeit für vernünftige Kommunikation?

 

Lydia Girndt

 

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