Wegbereiter spontaner Kommunikation

Letzte Woche haben wir über die Hürden geschrieben: die unklare und die unangemessene Kommunikation. Jetzt der Lichtblick: Auch in der spontanen Kommunikation ist es möglich, ganz kurz nachzudenken, bevor man redet. Unklarheit und Unangemessenheit entstehen leicht aus einer gewissen Gedankenlosigkeit. Wer sich die Grundlagen der Kommunikation klar gemacht hat und sich der möglichen Missverständnisse bewusst ist, kann auch spontan bewusst kommunizieren.

Kontext bitte!

Der erste Schritt ist, den Kontext zu klären. Wenn wir auf die Beispiele im gemeinsamen Büro zurückgreifen, so wäre gleich Vieles klarer, wenn gesagt würde: „Herr XY, von dem ich dir gestern erzählt habe, hat heute wieder eine Email geschrieben und stell dir vor, er hat wieder …“ oder: „Ich arbeite gerade am Projekt XY und brauche dafür die Materialliste für Aufgabe A. Sie liegt nicht in Ordner A. Weißt du, wo ich Sie finde?“ Zur klaren Kommunikation gehört es, sich bewusst zu machen, welche Informationen der andere in welcher Sprache braucht, um mich zu verstehen.

Durch die Brille des anderen betrachtet

Ebenso lässt sich die unangemessene Kommunikation am besten dadurch abstellen, dass wir uns die Situation auch aus der Perspektive des anderen bewusst machen. So werden wir uns manchen Kommentar ganz sparen oder auf eine passende Situation verschieben.

Es geht uns hier nicht darum, immer jedes Wort zu überlegen – das wäre ein verkrampfter Umgang mit Kommunikation. Stattdessen geht es uns hier schlicht um einen bewussteren Umgang mit der Kommunikation. Es lässt sich so sicher nicht jedes Missverständnis ausschließen. Wenn wir aber Verstehen nicht als selbstverständlich voraussetzen, fällt es uns auch leichter, entstandene Missverständnisse zu bemerken. Dazu ist es hilfreich, die Aufmerksamkeit auch auf die nonverbalen Signale des Gesprächspartners zu richten. Wenn die Reaktion nicht zu dem passt, was wir vermitteln wollten, lohnt es sich meist nachzufragen und die Dinge gleich zu klären.

Verdient schon die spontane Gesprächsführung ein relativ hohes Maß an Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, so gilt das in noch stärkerem Maße für die gezielte Gesprächsführung, um die es hier noch nicht geht. Zunächst die Frage an Sie: Welche Erfahrungen haben Sie mit Hürden und Wegbereitern in der spontanen Kommunikation?

 

Lydia Girndt

 

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