Von Schein, Sein und guter Wirkung

Egal was du sagst, du sendest immer dich selbst mit. 😉

Haben Sie heute schon gezwinkert? 😉 In dieser Form? Falls ja, haben Sie einer kleinen getippten Nachricht etwas verpasst, was ihr naturgemĂ€ĂŸ fehlt: einen Ausdruck, der ĂŒber das direkte Wort hinausgeht. Sogenannte ‚Emoticons‘ wie diese fĂŒllen eine LĂŒcke, die wir instinktiv spĂŒren bevor wir auf ‚senden‘ drĂŒcken: Ob mein GegenĂŒber das wohl so versteht, wie es gemeint war?
Unter 10% der Informationen, die ein Adressat einer Rede empfĂ€ngt, bekommt er aus den bloßen Worten, die er hört. Über 50% nimmt er auf anderen KanĂ€len wahr: Unbewusst analysieren wir Körpersprache, Haltung, Mimik und Gestik. Der Stimme gehören die restlichen etwa 40%. Wir bemerken ob die Stimme fest und sicher ist, ob jemand die ZĂ€hne aufeinander presst oder der Körper so angespannt ist, dass die Stimme immer höher wird.

Wir bemerken es nicht nur, wir lassen uns anstecken, oft ohne dass es uns bewusst wird. Ein ‚LĂ€cheln in der Stimme’ bringt uns in gute (Kauf-)Laune, eine beruhigend langsame und tiefe Stimme verringert unsere Herzfrequenz, ein Ă€ngstlicher Unterton versetzt uns in Alarmbereitschaft. Ähnlich verhĂ€lt es sich mit unserer Haltung und unserer Körpersprache. Der Mensch hat frĂŒh gelernt, nicht erst zu warten bis unser GegenĂŒber erklĂ€rt, ob es spielen oder ihm an den Kragen möchte. Im Zweifelsfall zĂ€hlte jede Sekunde, um zu erkennen ob uns Freund oder Feind entgegenkommt. Körpersprache zu lesen, kann unser Überleben sichern.

Erkenne meine Wichtigkeit!

Wir wissen, welche Wirkung andere Menschen durch ihr Auftreten auf uns haben und so versuchen auch wir, gut zu wirken. Wir tragen AnzĂŒge oder KostĂŒme, vielleicht sogar mit Schulterpolstern. Wir kaufen Statussymbole und stellen sie zur Schau. Das alles beeinflusst unsere Wirkung, vor allem beim ersten Eindruck. Es lĂ€sst auf schnellen Erfolg hoffen.
FĂŒr eine vertrauenerweckende, authentische Ausstrahlung und wirkungsvolles Auftreten braucht es etwas mehr. Es reicht nicht, eine Sportjacke zu tragen, um sportlich zu wirken. Erst recht nicht, wenn sie zwickt und kneift. Genauso wenig wirken Ihre Worte, Ihre Gesten und Ihre Stimme, wenn Sie versuchen, sich zu verstellen. Es passt einfach nicht. Statt authentisch wirken Sie verstellt, im besten Falle etwas seltsam und gestelzt, oft leider auch albern. Das irritiert Ihr GegenĂŒber und verunsichert Sie selbst.

Es geht besser

Kann man denn gar nichts machen, um seine Wirkung ĂŒberzeugend zu verbessern? Doch. Nur eben nicht, indem man Gestiken antrainiert und wie Masken aufsetzt. Achtsamer Umgang mit sich selbst und ein fundiertes Feedback sind der bessere Weg zu wirkungsvollem Auftreten, damit Sie nicht hinterher von sich sagen mĂŒssen ‚Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur so selten dazu!‘ (Ödön von HorwĂĄrth) Vielleicht erfahren Sie dabei sogar, was Sie auf keinen Fall verĂ€ndern sollten, um nicht Ihr Markenzeichen zu verlieren.

Wann hat ihnen zuletzt jemand gesagt, wie Sie wirken?

 

Lydia Girndt

 

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