Führungsaufgabe Kommunikation und Information (1)

Bei jeder einzelnen der bisher beschriebenen Führungsaufgaben wurde deutlich, dass die Basisinstrumente zu ihrer befriedigenden Erledigung auf Kommunikation fußen: Einzel- und Teamgespräche. Ergänzt werden diese Aufgaben durch schriftliche Kommunikation und Information. Kommunikation ist so entscheidend, dass sie in unserem Blog eine eigene Kategorie hat. Dort finden Sie auch die Themen Feedback, Fragetechniken und gezielte Gesprächsführung.

Mitarbeitergespräche sind so unerlässliches Führungsinstrumente, dass wir sie an dieser Stelle noch einmal aufgreifen.

Das Mitarbeitergespräch – ein positives Führungsinstrument

Viele Führungskräfte scheuen das Mitarbeitergespräch aus Sorge, es könnte zu Auseinandersetzungen und Diskussionen kommen. Auch Mitarbeiter scheuen dieses Thema, fühlen sich bewertet und kontrolliert. Deshalb ist es hilfreich, dass es in vielen Unternehmen standardmäßig mindestens das Mitarbeiterjahresgespräch gibt, das einen Rückblick und einen Ausblick umfasst. Zum Rückblick gehört häufig eine formale Leistungsbeurteilung und zum Ausblick die Zielvereinbarung.

Gut geführt fördern Mitarbeitergespräche die sachliche Kommunikation. Sie erfahren auf diesem Wege viel über die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter und Probleme können zeitnah angesprochen werden. Ein weiterer ganz wesentlicher Aspekt ist die Anerkennung, die Sie vermitteln können, woraus wiederum Motivation erwachsen kann. Einmal jährlich mit den Mitarbeitern über ihre Leistung zu sprechen ist unnötig wenig. Das Mitarbeitergespräch birgt für beide Beteiligten große Vorteile: Der Mitarbeiter erfährt, wo er aus Sicht seines Vorgesetzten steht und was dieser an Erwartungen hat. So macht er sich weder unnötige Sorgen noch verharrt er in trügerischer Sicherheit in Verhaltensweisen, die ihm dann später überraschend zur Stolperfalle werden. Die Führungskraft hat die Chance, dass sich durch das Feedback die Leistung der Mitarbeiter steigert oder die Motivation zur guten Leistung erhalten bleibt. Das lässt sich nicht nur auf die reine Arbeitsleistung, sondern auch auf sonstige erwünschte Verhaltensweisen beziehen. Wer unsere Artikel zur Kommunikation gelesen hat, weiß, dass es keine Selbstverständlichkeiten gibt. Wenn es Verhaltensweisen gibt, die Sie stören, müssen Sie darüber sprechen. Dann kann sich etwas ändern, sonst ändert sich garantiert nichts.

Das Mitarbeitergespräch samt der Zielvereinbarung als positives Führungsinstrument verstanden, unterstützt das Zusammenspiel zwischen Führungskraft und Mitarbeiter. Mitarbeitergespräche sollten deshalb immer gut vorbereitet und als ehrlich gemeinte, wertschätzende Hilfestellung verstanden werden. In diesem Sinne sind sie auch Teil der Personalentwicklung. Sie können Perspektiven aufzeigen und gemeinsam entwickeln und so auch die Bindung ans Unternehmen erhöhen.

Auf das Beispiel der Zielvereinbarung bezogen bedeutet dies auch, dass Platz für Spielräume bleiben muss. Natürlich können und sollen keine Unternehmensziele verändert werden. Was Sie aber zum Gegenstand eines echten Austausches mit Ihrem Mitarbeiter machen können, ist die Wahl der Mittel und Wege. Erläutern Sie die Unternehmensziele, setzen Sie sie in den Kontext und diskutieren Sie gemeinsam Vorschläge zur Zielerreichung. Hier ist der Punkt, an dem eine Einbindung stattfinden kann und muss, wollen Sie Motivation durch Identifikation fördern. Es bietet sich Ihnen als Führungskraft die Chance durch Wertschätzung und Anerkennung Vertrauen zu schaffen.

Wenn wir in unseren Workshops Übungen dazu durchführen, wird jedes Mal deutlich: Gute Vorbereitung ist unerlässlich. Was dabei zu bedenken ist, lesen Sie hier in der nächsten Woche.

Wann haben Sie das letzte Mal gezielt mit Ihren Mitarbeitern gesprochen? Und warum bitten Sie ihre eigene Führungskraft nicht einmal um ein Feedbackgespräch?

 

Lydia Girndt

 

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