Fähigkeiten erfolgreicher Führungskräfte (2)

Über Fach- und Sozialkompetenz haben wir in der vergangenen Woche ausgelassen. In der Fortsetzung nun unsere Gedanken zu Methoden- und Persönlichkeitskompetenz.

Effizienz durch Methodenkompetenz

Einen Stein mit bloßen Händen zu bearbeiten, kann mitunter ziemlich mühsam und energieraubend sein. Deshalb ist es hilfreich zu wissen, welche Werkzeuge Sie in welchen Situationen einsetzen sollten, um Ihr Ziel möglichst schnell und effizient zu erreichen. Wohlgemerkt, die Methode kann nicht dafür sorgen, dass Sie das Richtige tun – eine Frage der Effektivität – , sondern nur dafür, dass Sie es richtig tun oder noch besser als bisher. Wenn die Steinbearbeitung nicht zu ihrem Unternehmenszweck passt, dann lassen Sie bitte den Meißel in der Ecke.

Ein Führungsteam, das am Anfang eines Workshops forderte, unbedingt über Methoden und Instrumente zu sprechen, stellte im Verlauf fest, dass es da bereits bestens ausgestattet ist, aber für deren Umsetzung an den Sozialkompetenzen arbeiten muss. In den Führungsetagen werden häufig eine ganze Reihe an Methoden unbewusst genutzt. Hier einige häufig eingesetzten Werkzeuge der Mitarbeiterführung:

  • Mitarbeitergespräche
  • Zielvereinbarungen
  • Leistungsbeurteilungen
  • Moderation von Besprechungen
  • Delegation

Fällt Ihnen etwas auf? Alle haben etwas mit Kommunikation zu tun. Führung ist Kommunikation!

Darüber hinaus braucht eine Führungskraft für ihre organisatorischen und koordinierenden Aufgaben eine Reihe von Arbeitstechniken, die zum Beispiel das Selbst- und Zeitmanagment betreffen. Arbeitstechniken lassen sich, zumindest was die Grundlagen betreffen, je nach Lerntyp mit einem guten Buch, multimedial oder in einem Seminar erlernen.

Glaubwürdigkeit und Zufriedenheit durch Persönlichkeitskompetenz

Persönlichkeitskompetenz ist ein eigenwilliger Begriff. Was ist damit gemeint, wieso ist sie für Führungskräfte so wichtig und wie lässt sie sich entwickeln? Persönlichkeitskompetenz wird manchmal auch Selbstkompetenz genannt. Wer Persönlichkeitskompetenz besitzt,

  • ist sich seiner selbst bewusst,
  • akzeptiert sich,
  • kann mit sich selbst umgehen und
  • kann deshalb auch Schritte zur persönlichen Weiterentwicklung gehen.

Der erste Punkt ist dabei Voraussetzung für alle anderen. Es geht darum, die eigenen Stärken und Schwächen, das Potenzial und seine Grenzen zu kennen. Besonders wichtig für Führungskräfte ist es aber auch, die eigenen Verhaltensmuster und die eigene Wirkung auf andere zu kennen. Warum? Ganz einfach: Was man nicht begreift, kann man nicht in den Griff kriegen. Angenommen Sie sind konfliktscheu oder, positiv ausgedrückt, überzogen harmoniebedürftig. Wenn Ihnen das bewusst ist, können Sie bei sich anbahnenden Konflikten entscheiden, wie Sie damit umgehen. Ein Ergebnis könnte sein: „Bevor sich das immer mehr aufbauscht und für mich noch gruseliger wird, bringe ich es lieber trotz meiner Angst jetzt gleich auf den Tisch und werde dabei vielleicht unbeholfen wirken. Egal.“ Oder Sie entscheiden, gleich jemanden einzuschalten, der das Thema geschickter anspricht als Sie. Sie könnten auch beschließen, den Umgang mit Konflikten extern einzuüben.

Was passiert dagegen, wenn Sie sich der Konfliktangst nicht bewusst sind? Sie versuchen dann zum Beispiel, Konflikte zu vermeiden, indem Sie nicht klar Stellung beziehen und verschiedenen Parteien nach dem Mund reden. Gerade dieser Versuch, niemandem weh zu tun, führt aber zu Frustration auf allen Seiten und wir hören die gleiche Klage von Mitarbeitern und Vorgesetzten: Der hat kein Rückgrat!

Welcher der vier genannten Kompetenzbereiche ist Ihnen besonders wichtig?

 

Lydia Girndt

 

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