Dem Wettbewerb voraus – Trends erkennen und setzen (3)

Sie wollen Leader sein? Sie wollen Trends erkennen? Dazu brauchen Sie Helfer und Informationsquellen.

Die Qual der Quellenauswahl

Die Zeit der reitenden Boten ist lange vorbei. Sie wurden vermutlich mit viel Spannung erwartet. Heute ist es dagegen Dauerthema, wie wir mit der Informationsflut umgehen können. Die Kunst besteht nicht darin, Informationsquellen zu finden, sondern diejenigen auszuwählen, die einem in annehmbarer Zeit alles Wesentliche liefern

Wir schlagen Ihnen folgende Auswahlkriterien für Ihre Informationsquellen vor:

  • Zuverlässigkeit
  •  Detailtiefe
  • Frequenz

Zuverlässigkeit der Quellen ist dann besonders wichtig, wenn Sie sie zur Entscheidung heranziehen. Für einen groben Überblick, worum es geht, reicht oft ein Blick auf recht unzuverlässige Plattformen. Wer auf Wikipedia feststellt, dass das Thema eine genauere Recherche verdient, kann immer noch nach zuverlässigeren Quellen suchen. Ein anderes Beispiel: Was ein Unternehmen ungefähr macht und ob es sich um einen neuen Wettbewerber handelt, stellen die Unternehmens-Webseite und die Imagebroschüre meist brauchbar dar. In dieser Hinsicht sind es ausreichend zuverlässige Erstquellen. Für eine genauere Abschätzung der Stärken und Schwächen des Wettbewerbers eignen sie sich dagegen nicht. Ein Boulevardblatt mit weiter Verbreitung und hoher Auflage zeigt einigermaßen zuverlässig, wofür sich ein großer Teil der Bevölkerung interessiert. Die Inhalte der Geschichten sollten aber nicht als Entscheidungsgrundlage dienen.

Ganz ähnlich sieht es mit der Detailtiefe der Informationen aus. Für einen Überblick, was gerade in der Welt oder der Region diskutiert wird, kann eine Reihe von Schlagzeilen ausreichen. Bei einer Schlagzeile, die den größten Kunden betrifft, lohnt vermutlich ein Blick in die Details, der durch ein direktes Gespräch mit dem Kunden noch ergänzt wird.

Wie häufig brauchen Sie welche Information? Branchenberichte können Ihnen jährlich reichen, während Sie einige Unternehmenskennzahlen vielleicht täglich brauchen. Ist eine Tageszeitung sinnvoll für Sie oder ein so großer Spaßfaktor, dass es egal ist, ob sie sinnvoll ist? Eine wöchentlich erscheinende Zeitung kann die Ereignisse gut zusammenfassen.

Einige Arten von Quellen, auf die Sie unserer Ansicht nach nicht verzichten sollten, möchten wir hervorheben:

  • Personen
  • Fachforen und -zeitschriften
  • Studien und Befragungen
  •  Branchenberichte

Der Austausch mit anderen Menschen ist durch keine andere Quelle ersetzbar. Die eigenen Mitarbeiter sind eine wichtige Quelle dafür, was im Unternehmen und bei den Kunden passiert. Die Kunden selbst sind die wesentliche Quelle, wenn es um ihre Bedürfnisse und ihre Zufriedenheit geht. Kollegen außerhalb des Unternehmens mit der gleichen oder einer ähnlichen Aufgabe können sowohl Informationen über den Wettbewerb geben als auch Anregungen und Ideen liefern. Mit ihnen können Sie ihre Sicht auf vermutete Trends diskutieren.

Weniger direkt kann ein ähnlicher Austausch in Fachforen und –gruppen im Internet stattfinden. Der Vorteil ist, dass damit weniger Aufwand verbunden ist als mit einem persönlichen Treffen. In beiden Fällen können Sie sich zum Beispiel über Berichte aus Fachzeitschriften austauschen. Auch da kann die Auswahl schwer fallen. Meist lohnt es sich aber, sich eine Lieblingszeitschrift auszuwählen und auf weitere bewusst zu verzichten.

Kurz gesagt

Entwickeln Sie gemeinsam mit Ihrem Führungsteam eine Vorstellung davon, wohin sich Ihre Kunden, Ihre Wettbewerber, Ihre Branche und die Gesellschaft bewegen. Die Fülle der Informationen lässt sich am besten in den Griff bekommen, wenn Sie die Informationssuche auf ausreichend viele Schultern verteilen, sorgfältig die passenden Quellen auswählen und mehrfach im Jahr unter einem Tagesordnungspunkt ‚Trends’ die Informationen zusammenführen. Fragen Sie sich und Ihr Team:

  • Wie beeinflusst das unser Geschäft?
  • Wie hängen die Trends zusammen?
  • Wie wollen wir damit umgehen?

Daraus können proaktive Veränderungsprojekte entstehen.

 

Lydia Girndt

 

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