Dem Wettbewerb voraus – Trends erkennen und setzen (1)

Für frühzeitiges Verändern muss jemand den Veränderungsbedarf oder die Veränderungschance früh erkennen. Wenn das Geschäft brummt, ist es nicht die Hauptaufgabe der Geschäftsführung, es am Laufen zu halten. Dazu sind im Wesentlichen die Manager da. Das Management kümmert sich um die Steuerung des Vorhandenen. Leadership richtet den Blick auf die Zukunft.

Alles ist interessant – Wie Sie Trends erkennen und setzen

Wie die Zukunft, insbesondere die weitere Zukunft, aussehen wird, ist unsicher. Wer Entscheidungen unter unsicheren Bedingungen zu treffen hat, kann allerdings Informationen sammeln, Wahrscheinlichkeiten ableiten und so die Unsicherheit reduzieren.

Die Unternehmensführung muss mit ständiger Neugierde unterwegs sein, um mittel- und langfristige Trends

  • im Markt
  • beim Wettbewerb
  •  in der Gesellschaft und
  •  auf der Welt

zu erkennen. Sie muss sich vielseitig interessieren und zum Beispiel fragen:

  • Wie entwickelt sich das Geschäft bei unseren wichtigsten Kunden?
  •  Welche Themen beschäftigen sie und unsere Zielgruppen?
  •  Welche Bedürfnisse äußern sie?
  •  Über welche Zukunftsprojekte denken sie nach?
  •  Was treiben unsere Wettbewerber?
  •  Kommen neue Wettbewerber dazu?
  •  Schließen sich kleinere Wettbewerber zusammen?
  •  Welche Zusatzleistungen bieten sie?
  •  Welche Erfolge und Misserfolge haben sie?
  •  Welche Werte werden diskutiert?
  • Welche Einstellungen machen sich breit?
  •  Welche Einstellungen und Werte rücken in den Hintergrund?
  •  Wie entwickelt sich die Bevölkerung im eigenen Land, in den Nachbarländern und weltweit?
  •  Welche Lebensformen wählen Jugendliche und junge Erwachsene?
  • Welche Krankheiten breiten sich aus?
  •  Welche makroökonomischen Tendenzen gibt es?
  •  Was sind die Themen in der nationalen und internationalen Politik?
  •  Welche Gesetze stehen zur Debatte?
  •  Welche Rohstoffe gehen zur Neige?
  •  Wodurch könnten sie ersetzt werden?
  •  Welche Technologien sind in der Entwicklung?
  •  Welche Technologien sind überreif und werden voraussichtlich verschwinden?

Das sind nur einige Fragen, die verdeutlichen sollen, dass für Unternehmer fast alles interessant ist. Warum? Weil in den Antworten darauf Trends stecken können, die direkte und indirekte Chancen und Risiken für das eigene Geschäft bedeuten. Wenn sich das Geschäft der größten Kunden großartig entwickelt, lassen sich dort vielleicht Zusatzleistungen platzieren, die das eigene Unternehmen bisher noch nicht anbietet. Wenn der Trend dahin geht, regional einzukaufen, könnte es sich lohnen, die Lieferantenauswahl zu überdenken. Wenn Jugendliche ihre Informationen an virtuellen Pinnwänden ‚posten’ statt sie per E-Mail zu schicken, müssen vielleicht Marketingformen und die interne Unternehmenskommunikation auf den Prüfstand. Setzt sich der Trend vom Haben zum Teilen und Mieten fort, so muss das bisherige Geschäftsmodell vielleicht verändert oder ergänzt werden.

Wie soll man all diese Informationen in den Griff bekommen? Dieser Frage widemen wir uns im nächsten Artikel.

 

Lydia Girndt

 

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