Unternehmensnachfolge (3/6)

Den richtigen Experten-Mix für die Unternehmensübergabe finden

Nachfolgeregelungen scheitern oft an dem Versuch, die Aufgabe mit Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern ausschließlich rational anzugehen.

Wenn Emotionen eine Rolle spielen und keine Beachtung finden,
steuern sie oft unbemerkt scheinbare Sachdiskussionen und -entscheidungen. Fehler liegen dann besonders nahe. Vieles kann und sollte durch Verträge abgesichert werden und auch die steuerlichen Themen spielen eine wichtige Rolle.

Die meisten Übergaben scheitern aber eben nicht an diesen beiden Herausforderungen, sondern an den sogenannten weichen Faktoren.

Neben finanziellen, wirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen
Themen muss ein Kommunikations- und Integrationskonzept für den
gesamten Prozess der Unternehmensnachfolge entwickelt werden.

  • Wie werden die Partner, Gesellschafter, Führungskräfte,
    Mitarbeiter, Kunden etc. über den Ausstieg informiert?
  • Was bedeutet es für Prozesse, Vereinbarungen, Produkte,
    Preise, etc.?
  • Was ist erforderlich, um die Leistungsbereitschaft und
    Loyalität der Mitarbeiter zu erhalten und Ängste zu vermeiden?
  • Wie werden Führungskräfte motiviert, den Nachfolgeprozess aktiv und konstruktiv mitzugestalten?

Rechtsanwälte, Steuerberater und Change-Management-Berater haben alle ‚recht’, betrachten die Situation aber nur aus ihrem jeweiligen Blickwinkel.

Rechtsanwälte sehen die gesamte Situation vor allem von der
rechtlichen Seite und glauben, dass alles mit Verträgen gelöst werden kann. Das ist ein Trugschluss.
Selbst die mit Heerscharen ausgearbeiteten Staatsverträge zwischen
Nationen, die dann in zwei Sprachen ausgefertigt werden, sind weder identisch, noch können sie alles abdecken.

Steuerberater sehen vorrangig den finanziellen Aspekt und diesen meist zu Gunsten des abgebenden Unternehmers.

Unternehmensberater konzentrieren sich auf die strategischen Aspekte, aber verstehen selten genug von der rechtlichen und steuerlichen Seite.

Insgesamt macht nur das Zusammenspiel aller drei Professionen die ganze Angelegenheit rund. Alle drei Seiten sind wichtig!

Sich nur auf einen der Drei zu verlassen, endet oft im Desaster, auf jeden Fall für den Käufer.

Für den Verkäufer ebenfalls, wenn er an mehr als am Geld interessiert ist.

(Autor: Jörg Vonhoff)

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